Eine einfache Formel, griffig, plakativ, falsch. Schade eigentlich, das so das gängige Bild eines Immobilienkaufmannes im Volksmund gesehen wird und ebenso schade, das dieses Bild in Europa eigentlich nur in Deutschland vorherrscht.
Ob das nun daran liegt, das man den Deutschen tendentiell nachsagt, von Neid geprägt zu sein oder daran, dass viele dieser Wortführer so von sich eingenommen sind, zu glauben was sie selbst nicht können kann nicht mit rechten Dingen zugehen, das mag dahin gestellt sein.
Tatsächlich sind die meisten Berufe rund um die Immobilie ziemlich anspruchsvoll und werden im europäischen Ausland in Sachen Prestige im selben Atemzug genannt wie Richter oder Notare.
Nicht in Deutschland.
Für mich war es vor gut 15 Jahren der Einstieg in eine abwechslungsreiche Branche. Als junger Mann war das, was man gemeinhin nach der genannten Formel über Immobilienkaufleute denkt, die Initialzündung. Ich erinnere mich noch ziemlich genau an mein Einstellungsgespräch und meine Antwort auf die Frage, warum ich denn eine Ausbildung zum Kaufmann der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft machen wolle:
"Na, wenn ich mir so die typischen Makler und Immobilienleute anschaue, dann scheinen die ordentlich Geld zu verdienen, bei den Autos und dem Kleidungstil. Das möchte ich auch, aber ich würde es gerne richtig lernen."
Die beiden Herren und die Personalreferentin lachten.
"Erfrischend offen. Aber wenn Sie es schon ansprechen kommen wir gleich zur Ausbildungsvergütung - Makeln lernen Sie bei uns nicht, aber eine solide Ausbildung und ein gutes Gehalt, das können wir Ihnen bieten."
Er hatte recht. Schon in der Ausbildung lag meine Vergütung etwa 20% über der eines Bankkaufmannes, dem Traumjob eines jeden Absolventen des Wirtschaftsgymnasiums oder der Höheren Handelsschule. Ich sagte zu.
Zwischen den Träumen und der Realität lagen Welten - und harte Arbeit. Über diese Arbeit und die damit verbundenen Jobs, Verfahren und Erfahrungen werde ich hier schreiben, Schauen Sie rein!
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